Monday, October 17, 2016

Das Glacis und der Lauf.




 
Die Stadt ist wie ein pulsierender Organismus und jeder Organismus hat ein Gebiss. Die vorderste Zahnreihe ist meist die, die am schönsten poliert wird, soll ja etwas hermachen, unsere Stadt. Da ich jeden Tag am Glasics zur Arbeit gehe, sehe ich den langsamen Niedergang dieser einstigen Prachtstraße. Antiquariate sperren zu, Lokale machen nicht auf, kleine, an die Universität gebundene Betriebe geben w.o. So manch Oase versiegt und wird anderenorts wieder gesichtet, zum Beispiel die Pastaria. Dazu verdreckt das Glacis zusehends. Da mag man doch nicht einmal mehr mit dem Fahrrad unterwegs sein. Vielleicht doch die Sperrstunde nach Hinten verlegen? Das könnten sich Lokale wieder rentieren und vom Glacis könnte der Schall in Richtung Stadtpark verlaufen, das wäre auch für die Anrainer gut.


Und überhaupt: Außerhalb von Graz wird man gerne gefragt: Und was wird nun als Nächstes bei euch verboten? Also, Leute im kreativen Umfeld wollen in so eine Stadt nicht kommen, Verbote kommen ihnen zu creepy vor. Die sind aber der Humus für die Zukunft. Künstler und Kreative, die machen’s aus. Blöd aber, weil die halt immer die Goschen offen haben und eifrig meckern. Früher sind die wenigstens „nur“ im Wirtshaus gesessen, haben Dinge ausgeheckt, die sogar „die Zeit“ daraufhin abgedruckt hat. Heute gehen die Herrschaften zwar auch ins Wirtshaus aber mitunter laufen sie auch oder halten sich sonst wie fit. Und so kommt es, dass ich gestern, Sonntag, am 16.10. laufen war. Der Oleander blüht, die Oliven stehen noch im Freien, in der Sporgasse machen Eishändler noch gute Umsätze. Und so verlässlich wir jetzt bereits seit Jahren keinen Frost mehr im Oktober haben, werden nach wie vor die Trinkbrunnen der Stadt Graz zugesperrt, wie jedes Jahr, Mitte Oktober.
Fotos & Text: Wa.

Das Glacis und der Lauf.




 
Die Stadt ist wie ein pulsierender Organismus und jeder Organismus hat ein Gebiss. Die vorderste Zahnreihe ist meist die, die am schönsten poliert wird, soll ja etwas hermachen, unsere Stadt. Da ich jeden Tag am Glasics zur Arbeit gehe, sehe ich den langsamen Niedergang dieser einstigen Prachtstraße. Antiquariate sperren zu, Lokale machen nicht auf, kleine, an die Universität gebundene Betriebe geben w.o. So manch Oase versiegt und wird anderenorts wieder gesichtet, zum Beispiel die Pastaria. Dazu verdreckt das Glacis zusehends. Da mag man doch nicht einmal mehr mit dem Fahrrad unterwegs sein. Vielleicht doch die Sperrstunde nach Hinten verlegen? Das könnten sich Lokale wieder rentieren und vom Glacis könnte der Schall in Richtung Stadtpark verlaufen, das wäre auch für die Anrainer gut.


Und überhaupt: Außerhalb von Graz wird man gerne gefragt: Und was wird nun als Nächstes bei euch verboten? Also, Leute im kreativen Umfeld wollen in so eine Stadt nicht kommen, Verbote kommen ihnen zu creepy vor. Die sind aber der Humus für die Zukunft. Künstler und Kreative, die machen’s aus. Blöd aber, weil die halt immer die Goschen offen haben und eifrig meckern. Früher sind die wenigstens „nur“ im Wirtshaus gesessen, haben Dinge ausgeheckt, die sogar „die Zeit“ daraufhin abgedruckt hat. Heute gehen die Herrschaften zwar auch ins Wirtshaus aber mitunter laufen sie auch oder halten sich sonst wie fit. Und so kommt es, dass ich gestern, Sonntag, am 16.10. laufen war. Der Oleander blüht, die Oliven stehen noch im Freien, in der Sporgasse machen Eishändler noch gute Umsätze. Und so verlässlich wir jetzt bereits seit Jahren keinen Frost mehr im Oktober haben, werden nach wie vor die Trinkbrunnen der Stadt Graz zugesperrt, wie jedes Jahr, Mitte Oktober.
Fotos & Text: Wa.

Sunday, June 12, 2016

Warum ich den Vatertag ablehne.


Zusammen in Italien, jung waren wir!
 

Ich bin Vater einer 21-jährigen Tochter und alles ist gut, soviel einmal für Leser, die mich nicht so gut kennen. Der Vatertag ist für mich dennoch eine sonderbare Angelegenheit, um ehrlich zu sein, finde ich ihn entbehrlich.

Darum lese ich auch heute keine Zeitung, außerhalb des Sportteils. Finde es aber schon lustig, dass die beiden auflagenstärksten Zeitungen das gleiche Titelbild eines Fotodienstes gewählt haben. Es zahlt sich halt doch aus, einen Gerry Wolf oder einen Christian Jungwirth für ein Exklusivfoto zu verpflichten, das nur kurz zum Thema Austauschbarkeit unserer Medien. Das Bild ist aber sehr nett, ein Kind liegt mit dem Vater in der Wiese und das kleine Kind packt den Vater an der Nase, beide lachen dabei. Alles eitle Wonne. Schön so.
Zusammen auf dem letzten Spring Festival
 

Ich bin Autor, war zur Zeit als unsere Tochter klein war, Ende der 1990er-Jahre,  als Freischaffender logisch, viel mit unserer Tochter unterwegs. Jetzt lache ich darüber, damals war das alles nicht so witzig.

An den öffentlichen Spielplätzen zum Beispiel, schauten mich die Mütter misstrauisch an, manche kamen auch auf mich zu und fragten, was ich denn hier auf der Bank so sitzend und die Kinder beobachtend, mache. Als Antwort rief ich dann nach meiner Tochter, die zu mir gelaufen kam. Den Müttern war das ziemlich peinlich und sie entschuldigten sich auch, aber die Sache war klar, sie verdächtigten mich als Kinderverzahrer.

Auf der fahrt nach Wien. Gas geben!
 

Unsere Kinderärztin wiederrum sagte mir Jahre später, als ich sie auf einer Vernissage traf, dass ich der erste Vater war, der prinzipiell mit seinem Kind die üblichen Termine machte. Immerhin brauchte sie damals am Abend einen Cognac, und spürte, dass eine neue Zeit angebrochen war.

Besonders nett waren die Menschen, die nach dem dritten Bier meinten, und bei euch macht also deine Frau Karriere, während du auf die Tochter „schaust“. Das impliziert nämlich gleichzeitig den Gedanken, dass eine Mutter, die „ihren Pflichten“ „anständig“ nachkommt, keine Karriere machen kann, oder darf. Meine Frau spürte das übrigens auch gelegentlich, dass eine Beziehung, wo sich eben beide um den Nachwuchs kümmern, mit Neid bedacht wurde.

Besuche am Fußballplatz mit meinem Freund Wolfgang waren auch immer interessant, weil wir unsere Mäderln dabei hatten. Ja, sollten wir sie zu Hause sitzen lassen oder was? Das sind jetzt alles nur Momente, die ich beschreibe und nichts mit Jammern zu haben, bitte mich hier nicht falsch zu verstehen und wenn schon, dann bitte jetzt einmal ein Hoch auf alle alleinerziehende Männer, denen gar nichts anderes übrig bleibt, als den Part beider Elternteile einzunehmen. Ich bedanke mich mit diesen Zeilen bei meiner großartigen Tochter, mit der ich nach wie vor eine großartige Zeit verbringe und auch bei meiner Frau, die mir diese so wichtige Zeit ermöglichte, die Dinge anders zu machen, als sie damals übrig waren.

Zusammen auf dem GAK Platz. An was ich da wieder denke ;)
 
Die Zeit mit meiner Tochter, die wir zusammen verbringen, findet übrigens noch immer ihre Fortsetzung. Es gibt keinen Menschen, mit dem ich auf mehr Fußballspielen war als mit meiner Tochter (und Haberer Wolfgang K.) und tatsächlich gibt es keinen Menschen, mit dem ich häufiger im Theater und auf Konzerten war und bin als mit meiner Tochter Clarissa. Ich finde dieses Zusammenwachsen von Generationen so kostbar, sodass wir wieeeder eine Bewegung sind. Heute übrigens, fährt der alte Knacker Wanko nach auf Nova Rock, die Red Hot Cilli Peppers habe ich noch nie live gesehen. Meine Tochter erwartet mich schon. Wird sicher eine große Sache, ganz ohne Vatertag. Den kann man übrigens abschaffen, gleich wie den Muttertag, der von der Nazi Propaganda erfunden wurde. Und wenn schon: Vatertag ist jeder Tag, Muttertag auch und Kindertag so und so.

 
Als wir Campino von den Toten Hosen einen GAK-Schal überreichten. Er war naturgemäß begeistert.

Wa.
(Alle Fotos (c) Wanko / Berner)


Monday, May 30, 2016

Philip Kerr - Wolfgang Kühnelt 1:3




Pünktlich zur Fußball-EM erscheinen naturgemäß massenhaft Kicker-Bücher Wolfgang Kühnelt nimmt hierbei Österreich unter die Lupe, Philip Kerr marschiert nach Griechenland.
Philip Kerr ist kein Unbekannter mehr. Mit „Game Over“ brachte der überzeugte Arsenal- Fan vor zwei Jahren seinen ersten Fußball-Krimi heraus, mit „Die Hand Gottes“ legt er nun nach. Spielt sein erster Roman zur Weihnachtszeit, in der in England der Fußball Hochbetrieb hat, ist der Handlungsschauplatz seines neuesten Werks interessanterweise Griechenland.

Der Co-Trainer als Schnüffler

Im Champions-League-Spiel Olympiakos Piräus gegen London City stirbt während des Spiels der russische Spielmacher der Londoner am Sekundentod, einem plötzlichen Herzstillstand. In der Nacht darauf wird aus dem Hafenbecken von Piräus eine Dame gefischt, die die letzten Stunden ihres Lebens mit dem toten Fußballer verbrachte. Die mögliche Verwicklung in diesen Todesfall ist nun der Grund, warum die Mannschaft nicht aus Griechenland abfahren darf. Um die Zeit totzuschlagen, beginnt der Co-Trainer des fiktiven Fußballclubs, Scott Manson, wie bereits im ersten Roman, als Hobbydetektiv zu ermitteln.

Prinzipiell ist Philip Kerr fein zu lesen. Der Mann hat wirklich eine Ahnung vom Fußball und auch wie die Dinge im Hintergrund laufen. Seine direkte Ausdruckweise, er nimmt sich nur selten ein Blatt vor den Mund, erinnert sehr stark an die Spielart des englischen Fußballs. Den Trip nach Griechenland hätte er sich dennoch sparen können. Seine Erkenntnis bringt keinen Mehrgehalt, zumal auch der saloppe Stil des Autors in diesem Falle eher beleidigend wirkt. Bleibt zu hoffen, dass Philip Kerr seinen nächsten Fußball-Thriller wieder in England spielen lässt, oder eine wirklich ausgefallene Destination findet.

Die österreichische Seele

Hier tut sich der Autor Wolfgang Kühnelt etwas leichter. Er bleibt mit seiner Streitschrift „Nachspielzeit“ in Österreich. Der Untertitel „Die sieben Todsünden des österreichischen Fußballs“ sagt eigentlich schon alles aus und zugleich ist es doch anders als es scheint: Kühnelt zeichnet mit Hilfe des Fußballs ein äußerst gelungenes Porträt über unser Land. Österreich als ängstliches Land, welches an einer verschwommenen Selbstwahrnehmung laboriert und sich im Grunde selbst nicht leiden kann.

Aber diese Streitschrift ist mehr als ein launisches Dribbling. Sie behandelt sowohl die Einstellung des Durchschnittsösterreichers zu Einwanderern, bis hin zur berühmten Missgunst gegenüber seinen Nachbarn. Cordoba oder der Sieg über Deutschland wird dementsprechend nochmals beleuchtet. Fazit: Wir sind die Neidrepublik und Kühnelt ein genauer Beobachter. Zu lernen würde es viel geben, die erste Hürde könnte bereits nach der Fußball-EM kommen: Wenn es mit den Resultaten nicht so klappt, schickt man den zurzeit hochgejubelten Teamchef Marcel Koller wieder in die Wüste? Zuzutrauen wäre es dem Österreicher. Ist er doch nach wie vor seines Unglücks bester Schmied.

Fazit: Der Österreicher Wolfgang Kühnelt gewinnt das Ländermatch gegen den Engländer Philip Kerr eindeutig mit 3:1.


Vorarlberger Nachrichten, Martin G. Wanko

 
Philip Kerr: „Die Hand Gottes“, 396 Seiten, Tropen Verlag

Wolfgang Kühnelt: „Nachspielzeit“, 67 Seiten Leykam Verlag



Wednesday, May 11, 2016

Laufen oder klatschen!



Meine Laufsaison ist zu Ende, nein, nicht ganz, es gab aber bereits die beiden größten Highlights: Den Vienna City Marathon (VCM) und den Wings for Life. Der VCM ist wohl der renommierteste Lauf in Österreich, mit über 100 Nationen zu Gast und rund 42.000 Läufern. Sehr super. Gut organisiert, und überhaupt: Da wurde in den letzten Jahren auch investiert und nicht nur verdient. Der Lauf war trotz Sauwetter geil, weil man halt gerne in Wien ist und das etwas gleich schaut, wenn man am Naschmarkt läuft. Ein bisserl auch staatstragend, so mit Bundeshymne, Walzer, weiß Gottt alles, Land of Hope and Glory habe ich strange gefunden. Ich sah nirgends die Brits aus glorreichen Kriegen heimkehren. ;)

Auch sonst: Anständig Verpflegung bis zum Schluss, Erdinger-Cheerleader-Paraden die etwas hergeben, auf alle Fälle wenig Quatsch. Auch war zu sehen, dass das Merchandising funktioniert. Die Läufer legen sich gerne als „verwendbares Andenken) ein Qualitätstrikot des Laufs zu, auch wenn das dann mit der Startgebühr über 100 EUR ausmacht. Zu mir: Sehr wenig Schlaf, mäßiges Training und eine kleine Party davor, daraus  resultiert eine oage Zeit, für den Halben ca. 1:37, wo ich aber zum nächsten Punkt komme: Man macht es ja, damit man es macht, den olympischen Gedanken, den gibt’s ja noch. Der erste „Halbe“ dieses Jahr ist also Geschichte.



In den letzten Jahren  war die Teilnahme am Wings for Life für mich nicht möglich. Heuer war ich also erstmals am Lauf dabei, der von Red Bull weltweit veranstaltet wird. In einem Satz erklärt: Weltweit laufen die Mädels und Jungs zeitgleich weg. Nach dreißig Minuten setzt sich ein Catcher Car in Bewegung und schnappt alle Läufer auf. Gewonnen hat, der weltweit als letztes geschnappt wurde. Okay, mich erwischte es nach rund 8 km, wäre auch so mehr drinnen gewesen, standen doch viele Pfosten am Weg herum, aber deshalb macht man’s ja nicht.

Der Event war steil, so viele LäuferInnen zu sehen, die irgendwie schwer nach Nachtlokal und Disko ausgeschaut haben, die vermutlich noch selten in Laufschuhe schlüpften, war außergewöhnlich, aber richtungsweisend. Neben den Ausdauersportlern macht sich nun eine zweite Bewegung bemerkbar, die Youngsters, die sich ganz gerne bewegen und ein anderes Ding suchen, als Volksläufe: Mit dem Catcher Car, Hubschrauberflug, den RB-Sportlern und dem Drumherum war wirklich viel los und es zeigte auch die Möglichkeiten auf, dass eine eigentlich unspektakuläre Sportart zumindest auffällig gezeigt werden kann und sich dieses Gefühl auf die Teilnehmer überträgt.



Der Gedanke, dass dieser Lauf den Menschen gewidmet ist, die nicht mehr laufen können, ist voll okay und geht auch auf. Hier sieht man dann bei Steigungen, wie LäuferInnen RollstahlfahrerInnen antauchen und ein Stück mitnehmen, ohne jetzt auf ihre Zeit zu schauen und so weiter. Dass das natürlich wieder eine Werbung für Red Bull ist, ja mei. Andere verdienen auch Millionen und machen nix. Dass es an den Labstationen Red Bull gibt, finde ich irgendwie witzig, Coca Cola gibt’s in den anderen Läufen auch. Nächstes Mal werde ich im Team Betriebsrat antreten, wie schon GAK-Haberer Hofer sehr treffend bemerkte, vielleicht löst sich dann der Lauf auf ;) Eines noch, das Publikum hat’s ganz gerne, wenn es von Läufern angebrüllt wird und folgt dann zugleich: Klatschen oder laufen!

Wa. (Fotos: Wa.)


Monday, March 07, 2016

Heinz Strunk, einer von uns.




Heinz Strunk ist ein Tausendsassa: Er ist Schauspieler, Moderator, Lebemensch, Freak, Kritiker und zum Glück auch Autor. Er ist der Mann fürs Grobe, der fast gegensätzlich, mit viel Feingefühl, unappetitliche Wahrheiten auf den Tisch bringt. Seine Qualitäten haben sich mittlerweile auch bei den Entscheidungsträgern herumgesprochen, so wurde der Hamburger mit seinem neuen Roman „Der goldene Handschuh“ für den Preis der Leipziger Buchmesse vorgeschlagen.
Die Vorhölle des Deliriums

Die Nominierung überrascht dennoch, da „Der goldene Handschuh“ ein schonungsloser Lokalaugenschein im Hamburg der 1970er-Jahre ist und jetzt nicht vordergründig literarisch wirkt. Strunk macht sich im Hinterhof der Reeperbahn auf die Spuren des Frauenmörders Fritz „Fiete“ Hanka, lotet sein Umfeld aus, beleuchtet die Destillen und wirft einen Blick auf Opfer und Täter. Gelegentlich springt der Autor in die bessere, scheinbar heile Welt, die der Reedereien und des großen Kapitals, aber auch hier nichts als Verderben unter der glänzenden Oberfläche. Der Autor zeigt mit der Hamburger Hafenspelunke „Der goldene Handschuh“ eine Art Vorhölle der Gescheiterten und Unglücklichen, der Geächteten und Geschändeten. Gelegentlich verliert er sich, abseits des berüchtigten Mörders, zu sehr in Details. Das tut aber der inneren Spannung keinen Abbruch. Literarisch einwandfrei, schuf er einen Recherche-Roman aller erster Güte. Die Bestürzung über menschenunwürdiges Leben in unseren Breiten hallt beim Leser noch lange nach.

Wa.

Saturday, January 09, 2016

To all Runners a happy new year and let’s go for it!

Marten G. Wanko is on the run - good morning Austria!



Run, bros run!


Martin G. Wanko, 2016-01-09, Graz, Austria, Europe

Tuesday, December 29, 2015

Wankos Jahresrückblick 2015 – kreuz und quer.




Drei Mal Pop, drei Mal GAK: Wanko - Berner - Kühnelt.  


Fußball!

Der GAK wurde erneut Meister – und hätte mich vor 20 Jahren ein Dschinn aus der Flasche gefragt, ob ich den GAK als Serienmeister haben will, hätte ich sicher eingeschlagen, natürlich nicht informiert, dass der Geist die Unterligen mit ihren Kartoffelackern meint. Und trotzdem, unten kickt sich’s auch gut, Hut ab vor den Mitkonkurrenten, die hier seit Jahren die Fahnen hochhalten. Meister werden wir werden, und für die Oberliga prognostiziere ich einen Anstieg der Ticketpreise, sofern die Verantwortlichen keinen großen Sponsor an Land ziehen. 5 Euro auf jede Karte und einen 50er auf die Saisonkarte – Herrschaften, das geht sich aus! Fans, Freunde! Zwei Bier weniger in der Woche, oder eine Schachtel Tschick, dafür, dass unser Verein realistische Chancen hat, weiterzukommen. Geht schon, gell?! (Apropos steirischer Fußball, Pop sind wir und Ende der Durchsage.)
 
Wien Marathon und die Uno schaut zu ;)
 

Privat!

Was war sonst noch? Wien Halbmarathon super, da weiß man für was man zahlt. Römerlauf in Leibniz, der schönste Abendlauf den ich kenne. Dazu noch zum Drüberstreuen die Stafel beim Graz Marathon. Meine Zeiten waren überall ziemlich grausig, die ich gelaufen habe, aber egal. Keine Verletzungen und keine Ausreden. Dennoch, über 1000 km muss man im Jahr einmal laufen, ich lade gerne jeden dazu ein, es ist ein Erlebnis. Das Schöne daran: Man kann dabei nachdenken, muss aber nicht. Nächstes Jahr: Wien ist gebucht, Römerlauf wird es auch wieder geben, Run for Wings auch. Römerlauf schauen wir mal, dann hätte ich heuer gerne den Bodensee HM im Herbst. Das werden sicher wieder Arsch-Zeiten aber das ist mir so etwas von egal. Ich will einfach das High Feeling in der Birne und einen gewissen olympischen Gedanken. Obgleich, vielleicht vorher schnell mal nach Kenia fliegen, dann läuft der Wa wie ein Wunderwutzi.

Hut ab hier übrigens vor Wolfgang Kühnelt, der heuer neun Halbe in neun Bundesländer lief, Georg Michl, dem Extremisten unter den mir bekannten Läufern und Robert-Ernst Kaiser, weil der auch voll arg und außerdem ein AS Roma Fan ist. Run, Boys, run!

Regional!

Dann war die Amokfahrt in Graz über die ich noch immer nicht schreiben kann und will. Interessanter Nebenaspekt jedoch: Laut sozialen Netzwerken waren an diesem Samstag unheimlich viele Menschen in der Grazer Innenstadt. Würden die sich auch nur ein Zuckerl in der City kaufen, hätten die Händler dort geringere Probleme. In Sachen Amokfahrt in Graz wäre die Kunst gefragt eine Annäherung auf Fragen zu suchen, die im Raum stehen.

National!

Unsere Bundesregierung wurstelt. Eine Steuerreform gibt es trotzdem. Immerhin. Frage: Welche Regierung wurstelte in den letzten 30 Jahren nicht? Andere Frage: Welches Medium wurstelt nicht seit 30 Jahren? Gibt es hier Zusammenhänge?

International!

Nicht falsch verstehen, aber wenn ich auch mit Entsetzen auf Paris schaue, sind die meisten Attentäter Franzosen mit Immigrationshintergrund. Scheinen auch hier in Europa einige Aufgaben nicht gelöst worden zu sein. Dazu muss gesagt werden, dass „der Westen“ sehr gerne Städte bzw. Länder unter Beschuss nimmt, die er vor Jahrzehnten kolonialisiert hat. Scheinbar hat sich hier in den Gedanken nicht viel geändert. So nebenbei: Wo ist eigentlich die Friedensbewegung hin, die die Waffen abschaffen wollte? Heute wird wieder pulverisiert, wo es geht, die Kritik hält sich in Grenzen. Ein Geschenk für die Waffenlobby allemal.
Bilderbuch - Maurice im Orpheum (Foto: Wa.)
 
Musik!

Sehr in, Musik aus Österreich. Bilderbuch wunderbar, zwei Auftritte heuer in Graz gesehen. Ausverkauftes Orpheum und Nuke Festival. Dort mit Leadsänger Maurice gesprochen. An einen Kicker von früher kann er sich noch gut erinnern: Didi Ramusch. Leider geil, oder zum Glück geil. -- Bilderbuch sind ja eher die Künstler, Wanda eher die Rocker. Also Austrokunst vs. Austrorock. Wanda zerstören Musikinstrumente, sehr fein, aber eher vorsichtig. Kurz mal „The Kids are allright“ von The Who studieren, wäre angesagt. Wenn kaputt machen, dann ganz. So ein Gedanke … der Suizid ist in Österreich ein allgegenwertiges Thema: Ich glaube Marco Michale Wanda würde den Weg von Kurt Cobain wählen und Maurice Ernst stelle ich mir in einer goldenen Wanne mit warmen Wasser und die goldenen Pulsadern vor.

Abgesehen davon: In Österreich werden meistens nur drei Bands genannt, die gerade mal was drauf haben. Wie wäre es zum Beispiel mit das trojanische pferd mit: „Staub“ oder „STIMMT“ (trotz gaga-Soli gut). Aus dem Kommerz gibt es also immer einen Ausweg und das ist nicht nur gut so, sondern das muss so sein. Esgibt noch Vieles zu entdecken!

Literatur!

Leset Günter Eichberger, Wilhelm Hengstler, oder Mike Markar!. Zumindest kaufen sollt ihr ihre Bücher. Dringliche Empfehlung: Günter Eichbergers „Trockenpflanzen“ im TiK. Auch cool: Il Carsa ...

Und sonst?

2016 wird kommen und wir werden das rocken, viel Erfolg meinen treuen Lesern, etwas mehr Erfolg als meinen Nicht-Lesern, obgleich es denen auch gut gehen soll, aber nicht so gut wie uns ;)

Wa.
Text und Fotos: Wa.